Diese Spezialtechniken werden in Einzelfällen angewendet, in denen dies angebracht ist.
Assisted hatching
Bei dieser Technik wird eine kleine Öffnung in die Eihaut (die den Embryo umhüllt und schützt) gebohrt, um dessen Herauskommen zu erleichtern und ihn so in die Gebärmutter einpflanzen zu können.
Das wird gewöhnlich bei Frauen höheren Alters, bei denen bereits zwei Befruchtungsversuche gescheitert sind, durchgeführt. Die Öffnung wird dadurch erzeugt, dass ein Halbsäurestrahl direkt auf den Punkt gerichtet wird, wo wir die Öffnung haben wollen, oder durch Anwendung von Lasertechnologie.
Längeres Verweilen in der Nährlösung
Die Embryoübertragung findet normalerweise am dritten Tag nach der Extraktion der Eizellen statt, wenn die Embryos gewöhnlich ein Stadium von 8 Zellen aufweisen.
Manchmal kann es, je nach Fall, angeraten sein, die Embryos einige Tage länger in der Nährlösung zu lassen (bis zu 6 Tage nach der Extraktion), um ihre Entwicklung zu beobachten und jene Embryos auswählen zu können, die tatsächlich verwendbar sind und so die Erfolgsaussichten zu erhöhen. Durchschnittlich 1 bis 3 Embryos entwickeln sich bis zum sechsten Tag normal und bilden eine embryonale Struktur, die Blastozyste genannt wird. Ein solcher Embryo gilt als äußerst entwicklungsfähig und besitzt durchschnittlich 50 bis 100 Zellen.
Daher wird empfohlen, in diesem Stadium nie mehr als 2 Embryos zu übertragen, denn es kommt oft zu Mehrfachschwangerschaften. Andererseits pflegen die Embryos, die nicht dieses fortgeschrittene Stadium erreicht haben (die restlichen zwei Drittel), in ihrer Entwicklung zu stocken und sich nicht weiter zu teilen. Die Erfolgschancen sind wesentlich höher, wenn die Embryos nach weniger Tagen in der Nährlösung übertragen werden.
Pre-implantation genetic diagnosis
Heutzutage ist es möglich, die Chromosone und Gene der Embryos vor ihrer Implantation zu analysieren, sodass nur die in Bezug auf die untersuchten Krankheiten „gesunden“ Embryos in die Gebärmutter eingepflanzt werden.
Diese Technik wird gewöhnlich nicht durchgeführt, aber in nicht ferner Zukunft wird sie sicher zu den Routineuntersuchungen in den FIV – Labors zählen. Im Allgemeinen werden sie auf das Vorhandensein des Down- und des Edwards-Syndroms, auf Veränderungen an den Sexualchromosomen wie das Turner-Syndrom und auf die häufigsten monogenetischen Krankheiten wie Zystofibrose, Duchenne-Muskeldystrophie etc. untersucht.
Es ist auch möglich, das Geschlecht der Embryos festzustellen, um mit diesem verbundene genetische Krankheiten auszuschließen. Daher ist eine genetische Untersuchung der Embryos vor allem dann medizinisch angezeigt, wenn bestimmte genetische Krankheiten vorliegen und daher ein erhöhtes Risiko der Übertragung derselben auf das Kind bestehen kann.
Andere Gründe, aus denen eine genetische Diagnose vor der Einpflanzung anzuraten ist, sind mehrfache frühere Abtreibungen oder wenn die Frau bereits vorgeschrittenen Alters ist, denn es ist allgemein bekannt, dass sich das Risiko einer Chromosomopathie beim Baby erhöht, wenn die Mutter älter als 35 Jahre ist.
Dabei werden die Embryos durch Befruchtung im Reagenzglas gewonnen und, sobald sie das Stadium von 6-8 Zellen erreicht haben, werden 1 oder 2 von ihnen entnommen, um sie mit Hilfe von molekulargenetischen Techniken zu untersuchen. Je nach Ergebnis dieser Untersuchungen, die 1-2 Tage dauern, werden die in Bezug auf die untersuchte Krankheit normalen Embryos übertragen.