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Im Unterschied zur Samenübertragung besteht diese Technik darin, die Eizellen zu gewinnen, sie im Labor zu befruchten und später in die Gebärmutter einzuführen. Diese Technik kommt einer Schwangerschaft am nächsten und bietet daher die größten Erfolgsaussichten pro Versuch. Sie besteht aus mehreren Schritten, die im Folgenden beschrieben werden:

 

1. Stimulierung der Eizellen:

Gewöhnlich werden Medikamente verabreicht, die die Erzeugung von Eizellen erhöht (zwischen 10 und 12 Eizellen), d.h., es soll ein so genannter Supereisprung erreicht werden, um so die Möglichkeiten zu erhöhen. Diese Phase wird durch Ultraschallbilder der Vagina und die Bestimmung des Östradiolgehalts im Blut kontrolliert. Sobald man davon ausgehen kann, dass die Follikel reif sind (bei 16-18 mm Durchmesser), wird die Extraktion der Eizellen programmiert. Werden auf dem Ultraschallschirm zu viele Follikel beobachtet, kann es ratsam sein, die Stimulierung abzubrechen, denn es besteht die Gefahr, dass es zu einem so genannten Syndrom der Hyperstimulierung der Eizellen kommt, die u.a. durch die Ansammlung von Flüssigkeit im Unterleib, Unwohlsein oder Schmerzen in diesem Bereich, einer beträchtlichen Vergrößerung der Eierstöcke und Blutverdickung charakterisiert ist, was in letzter Instanz eine Einlieferung ins Krankenhaus erforderlich machen kann.

 

2. Gewinnung der Eizellen:

Sobald die Follikel gereift sind, werden sie angesaugt, um die Eizellen zu gewinnen. Dies geschieht durch eine auf dem Ultraschallbild kontrollierte Punktierung des Eierstocks im Operationssaal, unter leichter Betäubung. Der Eingriff dauert ca. 15 Minuten und die Patientin kann gewöhnlich 2 Stunden später ganz normal nach Hause zurückkehren. Die aufgefangene Follikelflüssigkeit wird ins Labor geschickt, wo die Eizellen unter dem Mikroskop lokalisiert werden und eine Einschätzung von Qualität und Reife derselben vorgenommen wird.

 

3. Befruchtung der Eizellen und Embryokultur:

Die Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle wird noch am Tag der Extraktion durchgeführt, wozu eine Samenprobe des männlichen Partners erforderlich ist. Je nach Ursache der Unfruchtbarkeit werden Eizellen und Samenzellen zusammen auf einer Petrischale deponiert oder die so genannte intrazytoplasmische Spermainjektion (ICSI) durchgeführt, bei der eine Samenzelle in jede Eizelle eingeführt wird, alles unter dem Mikroskop. Diese Technik, durch die die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle praktisch garantiert ist, ist ein unumgänglicher Schritt für das Erreichen der Schwangerschaft, der bei praktisch allen Befruchtungen im Reagenzglas angewendet wird.

Nach zirka 16 Stunden werden die Eizellen unter dem Mikroskop untersucht, um die Anzahl der befruchteten Eizellen festzustellen. Nach einigen weiteren Stunden in der Nährlösung beginnen die befruchteten Eizellen sich zu teilen, und so beginnt die Entwicklung des Embryos. Nun wird die Morphologie bewertet, um die Anzahl der in Frage kommenden Embryos zu ermitteln und den Tag der Embryoübertragung festzulegen.

 

4. Embryoübertragung:

Im Gegensatz zur Extraktion ist bei der Rückführung der Embryos in die Gebärmutter keinerlei Anästhesie erforderlich und es ist gewöhnlich ein einfacher und schneller Vorgang. Sobald die Anzahl der verwendbaren Embryos festgestellt worden ist, wird entschieden, wie viele übertragen werden, und der Rest wird eingefroren und in der Embryobank für spätere Versuche aufbewahrt. Die Anzahl der zu übertragenden Embryos wird auf der Grundlage verschiedener Parameter wie der Qualität derselben, den Eigenschaften und des Alters der Patientin, früherer Versuche mit Hilfe von FIV etc., festgelegt, aber gewöhnlich werden nicht mehr als zwei übertragen. 12 - 14 Tage später wird der Schwangerschaftstest durchgeführt.





 
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